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Gedanken

Erinnere mich

Vol. 11

Ich erinnere mich, als wäre es erst gestern gewesen: Du hieltest mich im Arm. Trugst mich auf Händen. Schautest mich an, als wäre ich das einzig existierende Wunder der Welt. Dein Lächeln erreichte deine Augen, erhellte den Raum, für den Moment. Ich erinnere mich an deinen Geruch, an den Klang deiner Stimme, wenn du meinen Namen nanntest und das Geräusch der Haustür, wenn du nach Hause kamst. An deine Energie im Raum, an dein Lachen und deinen Humor. Ich erinnere mich an unsere Fahrradtouren. Wir sprachen nur selten, trotzdem warst du immer für mich da. Als ich meinen Abschluss machte, weintest du vor Freude. Wenig später führtest du mich zum Ball und schließlich zum Altar. Ich erinnere mich… an dich und daran, wie du warst. Vielleicht waren wir nicht immer einer Meinung. Und dennoch hast du mir geholfen, die zu werden, die ich bin. „Du und ich – wir sind eins“, heißt es bei Mahatma Gandhi. Und ich… ich erinnere mich daran, ein Teil von dir zu sein, während ich eines noch tiefer begreife: Leben ist endlich. Unendlich ist einzig die Erinnerung. Deshalb erinnere ich mich. An dich und daran, wie du warst.

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